Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte! “ im Magdeburger Stadtzentrum: 62% der Befragten sind für eine gewaltfreie Erziehung

Magdeburg, 15.04.2015: Den Auftakt für die diesjährigen Aktionen zum Internationalen Tag für gewaltfreie Erziehung in Sachsen-Anhalt veranstalteten heute Vormittag zwischen 10.00 und 13.00 Uhr Magdeburger Kinderschützer und ihre Kooperationspartner. Mehr als 200 Magdeburger und Gäste im Alter zwischen 17 und 67 Jahren nahmen an einer Meinungsumfrage teil, die eine Momentaufnahme in Sachen gewaltfreie Erziehung darstellt: Hat der Klaps auf den Po wirklich keinem Kind geschadet? 70% sind der Meinung, dass dies heute kein probates Erziehungsmittel mehr ist. Abgelehnt werden ebenso mit deutlicher Zwei-Drittel-Mehrheit Erziehungsmaßnahmen, die Kinder mit Worten und Gesten kleinmachen und ihr Recht auf Mitsprache und Beteiligung ignorieren. „Das freut uns wirklich, zeigt es doch, dass sich die öffentliche Meinung langsam aber stetig wandelt und sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Schlagen immer falsch ist. Aber gerade deshalb brauchen Eltern geschützte Räume, um Alternativen zum Klaps auf den Po oder solche entwürdigenden Maßnahmen, wie in der Ecke stehen, kennenlernen und ausprobieren zu können“, resümiert Andrea Wegner, Geschäftsführerin und Trainerin für „Starke Eltern – Starke Kinder®“. „Es bestätigt sich einmal mehr, dass der beste – weil vorbeugende – Kinderschutz ‚Eltern stärken‘ ist“, führt Wegner weiter aus.

 

Magdeburgs Freie Träger der Jugendhilfe seien sich einig: Familienbildung ist ein konkurrenzlos kostengünstiges Instrument, um früh Erziehungskompetenz von Eltern zu stärken. „Stadträte der meisten Ratsfraktionen fanden sich an unserem Pavillon ein und haben interessiert und aufmerksam die Gespräche mit den Passanten verfolgt und unser Anliegen gewürdigt. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das im Abstimmungsverhalten künftig auswirkt, wenn es um Gelder für die Familienbildung geht“, meint Wegner.

Sozialbeigeordnete Simone Borris und Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Beate Wübbenhorst nahmen in einem konstruktiven Abschlussgespräch die Ergebnisse der Meinungsumfrage entgegen, verbunden mit einem Plädoyer für mehr leicht zugängige und offene Angebote für Familien, wie Elterncafés, Elternfrühstück oder andere ähnliche Treffs, moderiert von qualifizierten Fachkräften, vorzugsweise Elternkursleitern, die eine Brücke zu Erziehungsberatungsstellen oder anderen der Entwicklung von Kindern förderlichen Hilfen sein können. Wie das konkret geleistet werden kann, soll in einem Folgegespräch erörtert werden.

 

Bis Ende April finden überall im Land Aktionen zum Tag für gewaltfreie Erziehung statt. Die nächste Aktion in der Region ist am Samstag, dem 25. April von 10.00 bis 16.00 Uhr in Burg. Im Rahmen des Autofrühlings in der Schartauer Straße gibt es einen gemeinsamen Aktionsstand mit dem Soziokulturellen Zentrum der Rolandmühle gGmbH Burg. Auch dort heißt es dann: „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“