30. April: Internationaler Tag für gewaltfreie Erziehung

30. April: Internationaler Tag für gewaltfreie Erziehung –                                                                        ein Kinderrecht, das noch nicht selbstverständlich ist!

Für nahezu ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gehörten Schläge nach wie vor zum Alltag, so der Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Wolfgang Berzau, mahnend, anlässlich des Internationalen Aktionstages für gewaltfreie Erziehung. Die  „Gewaltstudie 2013“ der Universität Bielefeld belegt, dass 22,3 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen von Erwachsenen oft oder manchmal geschlagen werden. 28 Prozent davon sind Kinder ab sechs Jahren. Gewaltanwendungen kommen in allen Schichten vor, allerdings gibt es soziale Unterschiede. Insgesamt gibt fast ein Drittel (32,5 Prozent) der sozial benachteiligten Kinder an, oft oder manchmal von Erwachsenen geschlagen  worden zu sein, fast die Hälfte von ihnen sogar so heftig, dass sie blaue Flecken hatten. Zum Vergleich: bei den durchschnittlich gut gestellten Kindern waren es ca. 6% der befragten Kinder.

„Die Studie bestätigt, Kinder und Jugendliche, die Gewalt erfahren, nehmen nicht nur physischen und psychischen Schaden“, erklärt Wolfgang Berzau.  „Sie übernehmen Gewalt zudem oft als erlerntes Handlungsmuster, das sie an ihre Umwelt und damit wahrscheinlich später auch an ihre eigenen Kinder weitergeben. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden!“

Seit Jahrzehnten wirbt der Deutsche Kinderschutzbund für gewaltfreie Erziehung, dafür, dass Kindern und Jugendlichen mit Respekt begegnet wird und sie als eigenständige Rechtssubjekte ernst genommen werden. „Im 25. Jahr der Verabschiedung der  UN Kinderrechtskonvention erneuern wir unsere Forderung, die Kinderrechte endlich in der Landesverfassung bzw. im Grundgesetz zu verankern.  Das im April in Kraft getretene dritte Zusatzprotokoll mit einem Beschwerdeverfahren für Kinder ist ein weiterer Schritt zu einer kinderfreundlicheren und -gerechteren Gesellschaft.“ Berzau wirbt für eine konsequente Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in allen sie betreffenden Belangen. Das stärke und mache öffentlich: Kinder und Jugendliche seien mit ihrer Meinung, ihren Vorschlägen und Hinweisen gefragt und würden ernst genommen. Kinderbeteiligung ist bester Kinderschutz – so die einfache Formel des Landesvorsitzenden.

Als politische Lobby für Kinder und Jugendliche setzt sich der DKSB dafür nicht nur an Aktionstagen, sondern an 365 Tagen im Jahr ein. Ganz praktische Angebote für Eltern, Großeltern und weitere an Erziehung beteiligte Erwachsene sind das Kinder- und Jugend- sowie das Elterntelefon und die Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder®“. Diese Kurse werden z.T. vom Land gefördert. Der nächste Kurs beginnt  im Burger Mehrgenerationenhaus  am 8. Mai um 16.00 Uhr.

Andrea Wegner