Kinderpolitisches Programm einstimmig verabschiedet

 

Aufnahme der eigenen Rechte der Kinder in das Grundgesetz, die Landesverfassungen und die Verfassungen der kommunalen Gebietskörperschaften, Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit, Schutz der Umwelt und gesundes Aufwachsen, altersgerechte Beteiligung von Anfang an und Förderung – das sind die zentralen Forderungen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB), auf deren Basis die Mitglieder heute die rund dreijährige intensive innerverbandliche Debatte in ein kinderpolitisches Programm einmünden ließen. „In unserer Gesellschaft haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele Veränderungen für uns alle ergeben, in den Bereichen Familie, Kita oder Schule ebenso, wie in Bezug auf die Kinderrechte oder in der Gesetzgebung der Kinder- und Jugendhilfe. Darüber hinaus sehen wir uns im Zeitalter der „Neuen Medien“ und einer immer weiter voranschreitenden Entsolidarisierung unserer Gesellschaft vor neue Herausforderungen und Fragen gestellt. Mit diesem kinderpolitischen Programm geben wir aktuelle Antworten, Hilfen und Orientierungen“, so der Landesvorsitzende Sachsen-Anhalts, Wolfgang Berzau. Die fachliche Expertise der „Lobby für Kinder“ umfasst neben der Zentralen Frage der Kinderrechte und des Rechts auf Partizipation die Bereiche Kinder in der Gesellschaft, Kinder und ihre Bildung, Erziehung und Betreuung sowie Kinder und ihre Lebenswelten. Zu jeder Teilüberschrift, etwa „Kinder, ihre Familien und das Leben mit anderen“, „Kinder und Medien“ oder „Bildung und Ausbildung von Jugendlichen“ folgt einer komprimierten Beschreibung der gegenwärtigen Situation die Vorstellung davon, was sich wie in welche Richtung ändern muss, damit sich jeder Heranwachsende seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend entwickeln kann. Ungleiches müsse ungleich behandelt werden, da seien sich die Delegierten der rund 500 Mitgliedsvereine des DKSB einig, wolle man wirklich Chancengerechtigkeit. So könne es auf Dauer nicht gutgehen, ließe man etwa die Standortfrage, die soziale Struktur einer Schule oder eines Trägers der Jugendhilfe mit seinen bedarfsgerechten Angeboten außer Acht.“ Wir haben besonders intensiv über die Sicherung der Rechte von Kindern diskutiert und auch eine entsprechende Selbstverpflichtung beschlossen, deren Kern es ist, Beteiligung zu stärken, Ideen zu nutzen und Beschwerden zu ermöglichen und als Chance für Verbesserungen zu sehen“, führt Wolfgang Berzau engagiert aus. Gerade vor dem Hintergrund der kürzlichen Kinder- und Jugendpolitischen Klatsche, die die beschlossene Kommunalrechtsreform Sachsen- Anhalts sei, fühle er sich bestärkt darin, mit guten Beispielen aus der Beteiligungspraxis ein Umdenken der politischen Entscheidungsträger zu befördern. Die Aufnahme der Kinderrechte in die Landesverfassung sei insofern alternativlos, als dass es traurige Wahrheit in Deutschland sei, dass sich ohne Rechtsanspruch nichts bewege. Die Kinderschutztage werden am morgigen Sonntag mit Fachforen fortgesetzt und gehen am frühen Abend zu Ende. Die Dokumente werden zeitnah über die Homepage des Kinderschutzbundes zu zu beziehen sein.

Andrea Wegner