Talente gesucht … und gefunden!

DSCN0155Die Freundinnen Emma (10) und Laura(11) kamen mit Yogamatte unter’m Arm und überraschten uns mit „ihrer“ Akrobatik. „Wir haben uns in den Pfingstferien 2013 kennengelernt, durch eine gemeinsame Freundin. Laura hat mir von ihrer Akrobatik-Gruppe erzählt und dann haben wir uns gedacht, das können wir ja auch mal miteinander probieren“, erzählte Emma, die übrigens ganz eindeutig die „Quasselstrippe“ unter den Freundinnen ist. Und – Emma ist ein „Floh“; man sieht ihr an, daß sie gern und viel turnt und auch Freude am Tanz und an Hebeübungen hat. Laura hat Kraft und Ausdauer und eindeutig viel Freude an akrobatischen Übungen.

Für den Slogan „Groß genug!“ unserer Kampagne für mehr altersgerechte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen haben sie sich extra eine Figur einfallen lassen. Sie haben mehr „Lust auf KulTour“ und werden auf jeden Fall bei unserem Aktionstag zum 25. Jahrestag der  UN Kinderrechtskonvention dabei sein.

 

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Zurück in die Zukunft: Licht und Schatten im Jahr 2097

Benjamin(16) hatte ein 56seitiges Drehbuch im Gepäck, als er sich bei uns vorgestellt hat. Ohne jemals eine Schreibwerkstatt besucht zu haben, ausschließlich auf dem Selbststudium eines Arbeitsbuches „Wie schreibe ich ein Drehbuch“ basierend, nimmt er seine Zuhörer mit auf eine Fantasiereise ins Jahr 2097. Warum? Weil er 1997 geboren sei und 100 Jahre später schienen ihm angemessen. Wie ein „alter Hase“ bedient er sich klassischer Stilmittel, um seine feine Ironie zu erkennen, muß man sich aber erst mal einfühlen. Zum Inhalt: Die Hauptperson Pascal erinnert sich an einen ganz bestimmten Tag seiner Schulzeit, dieser Tag war nicht nur für ihn prägend, sondern für die gesamte Gesellschaft. Er zeigt Zivilcourage gegen ältere und körperlich überlegene Neonazis, deren Protagonist auch noch der Sohn des Ministerpräsidenten ist. Der Schock für alle Zuhörer! Benni läßt einen NPD-Mann Ministerpräsident sein! So schwarz sieht er? So ein schlechtes Zeugnis stellt er den künftigen Generationen aus, das sie dies nicht zu verhindern wissen? Ich frage ihn, ob der Name des „Nazi-Jüngers“ beliebig gewählt oder pure Absicht war. Die Antwort serviert Benni mit einem verschmitzten Lächeln: „Na irgendwie wollte ich ganz deutlich machen, wie blöd die sind! Darum Noah. Übertreibung veranschaulicht…“ Benni beobachtet und denkt viel über die Konsequenzen unseres täglichen Handelns nach. Als Schwarzseher möchte er sich nicht bezeichnet wissen, eher als Mahner. „Es wird alles schöngeredet. Ob in der Politik oder unter Verwandten. Man hält sich raus, wenn es ‚unangenehm‘ wird oder nicht ins eigene Lebenskonzept paßt. Am besten zu beschreiben mit dem Satz ‚ich kann doch eh nix machen‘. Ja aber wie soll sich dann was ändern? So sollte keiner sein!“

Licht und Schatten streift die Problemfelder Mobbing in der Schule, „Geld regiert die Welt“ bzw. Macht und Ohnmacht im öffentlichen Raum, Zivilcourage, Loyalität unter Freunden, erste Liebe… mehr hab ich nicht behalten. Ein interessantes Erstlingswerk, das wir im Rahmen unseres Projektes „Kids auf KulTour“ mit weiteren Schülerinnen und Schülern diskutieren wollen. Gemeinsam mit Benjamin natürlich! Vielleicht „drehen wir ja sogar das Buch“…

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