Aktionstag für gewaltfreie Erziehung am 30. April 2019

30. April – Tag der gewaltfreien Erziehung

Kinderschutzbund Sachsen-Anhalt
startet Gesprächsreihe zum Thema Gewalt gegen Kinder

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

Magdeburg:  Zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30.April fordert der Kinderschutzbund Landesverband Sachsen-Anhalt, Kinder jeden Alters bei Anzeichen von Gewalt- und Missbrauchserfahrungen anzuhören und ernst zu nehmen. „Gewalt hat viele Gesichter. Kinder und Jugendliche können körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt erleiden. Auch Vernachlässigung und damit mangelnde bis hin zu völlig fehlender Fürsorge ist eine Form von Gewalt gegen Kinder, die nach wie vor zu wenig Beachtung findet“, sagt Landesvorsitzender Wolfgang Berzau.

Kinder und Jugendliche haben in Deutschland seit dem Jahr 2000 das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig. (BGB § 1631 Abs. 2) Dennoch erleben viele Kinder weiterhin verschiedene Formen von Gewalt.

„Vernachlässigung stellt dabei statistisch gesehen die größte Gefährdung des Kindeswohls dar, bekommt aber fatalerweise die geringste öffentliche Aufmerksamkeit“, kritisiert Berzau.

Laut jüngster Erhebungen wiesen über 60 % der bundesweit rund 45 700 Kinder, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, Anzeichen von Vernachlässigung auf. In Sachsen-Anhalt lagen die Zahlen im Jahr 2017 bei über 1051 akuten oder latenten Kindeswohlgefährdungen durch Vernachlässigung.

So lädt unser Mitgliedsverband in Halle am kommenden Dienstag gemeinsam mit der AG „Gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ in das Neustadt Centrum Halle ein.

Die Ortsgruppe Magdeburg wird ihre Aktionen am kommenden Dienstag ab 10.00 Uhr im Flora-Park Magdeburg-Olvenstedt starten. In Kooperation mit der Stadtteilbibliothek können Kinder auf der Galerie basteln; Buchtipps zum Thema gibt es für Kinder und Eltern.

„Schon die offiziell gemeldeten Fälle zeigen ein schwerwiegendes und allgegenwärtiges Problem, das auf keinen Fall unterschätzt werden darf – und da haben wir noch nicht über die hohe Dunkelziffer gesprochen. Um die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, startet der Kinderschutzbund Sachsen-Anhalt deshalb seine Gesprächsreihe „Gewalt gegen Kinder – was kann ICH tun?“ mit Gesprächspartnern aus unterschiedlichen Fachrichtungen von Kita über Schule bis hin zu Arztpraxen.

 „Wir hoffen so, diesem Tabuthema ein breiteres Forum zu schaffen, um Kindern noch frühzeitiger helfen zu können“, so Berzau.