„Gewalt ist alles, was wehtut“ …

… so beantwortete ein Vater die Frage, was Gewalt sei.
Der diesjährige Tag für gewaltfreie Erziehung brachte Mütter, Väter, Großeltern und Kinder zusammen. Allein in Magdeburg und Halle bekundeten knapp 1000 Kinderfreunde öffentlich, dass sie Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ablehnen.
Aber was tun, wenn sie Übergriffe beobachten oder gar selbst einmal „die Nerven verloren“ haben? – Dann hilft es, zu reden. Am besten mit dem Kind.

Aber NICHT so: „Das hast du dir selbst zuzuschreiben.“ oder „Was bringst du mich auch immer so in Rage!“

Respekt gegenüber Kindern und Jugendlichen sollte für alle an der Erziehung Beteiligten selbstverständlich sein. Dazu gehört auch eine Entschuldigung anstelle fragwürdiger Rechtfertigungsgründe.

Ja, Kinder provozieren zuweilen.
Und ja, Grenzen setzen ist nötig und wichtig, da sie auch erziehungsfördernd sind, wenn sie altersgerecht und nachvollziehbar gesetzt wurden.

„Wir haben auch in diesem Jahr wieder Sätze wie: ‚Der Klaps auf den Po hat noch keinem Kind geschadet.‘ gehört, aber auch ebenso häufig ‚Ich bin mit Prügel und Erniedrigungen groß geworden. Das würde ich keinem Kind antun!‘.
Wie also kann gewaltfreie Erziehung ganz praktisch gelebt werden?
Auf diese Frage bieten wir Antworten, z.B. in unseren Elternkursen „Starke Eltern – Starke Kinder®“ oder am kostenfreien und anonymen Elterntelefon.“, so Wolfgang Berzau, Landesvorsitzender und Vorsitzender des DKSB Burgenlandkreis.

Fachkräfte des Kinderschutzbundes und der Netzwerk- bzw. Bündnispartner in Sachen Kinderschutz stellen sich vor und den Fragen der Besucher.
Ihr Fazit: Es ist gut, sich zu zeigen, vor allem den Eltern zu vermitteln, dass Hilfe vor Strafe kommt. Wer eine Beratungsstelle mit einem vertrauten Gesicht verbindet, hat weniger Scheu, frühzeitig Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Erziehungsmacht sollte zu Erziehungsverantwortung werden. Ein Kind zu erziehen heißt, seine Persönlichkeit zu respektieren und seine Entwicklung zu fördern, indem ihm altersgerecht Möglichkeiten und Räume geboten werden, sich auszuprobieren, aber ebenso konsequent auf die Einhaltung von Regeln und Normen der Gemeinschaft zu achten.
In dieser Verantwortung brauchen Eltern manchmal andere Eltern, manchmal professionelle Unterstützung. Am besten, bevor eine Situation eskaliert.
Geduld statt Gewalt – das kann in schwierigen Situationen ein Anfang sein.

Denn mit Kindern ist es wie mit Gras: Es wächst nicht schneller, wenn man dran zieht. Oder?