Pressemitteilungen

Kinder in der Corona-Pandemie:

Gemeinsam „den Stein ins Rollen“ bringen – für unsere Kinder!


Die Corona-Pandemie ist inzwischen auch zu einem ernst zu nehmenden Risikofaktor für Gewalt in der Familie geworden, begründet durch Frustration, Unzufriedenheit und Überforderung.

Darauf weisen der Kinderschutzbund Landesverband Sachsen-Anhalt und der Paritätische Wohlfahrtsverband Sachsen–Anhalt aus Anlass des Tages der gewaltfreien Erziehung am heutigen 30. April hin.

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Die geltenden Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie unterstützen beide Verbände ausdrücklich. Dennoch zeigen sich Kinderschützerinnen und Kinderschützer in ganz Deutschland befremdet darüber, dass über die Aufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga oder die Eröffnung von Möbelhäusern engagiert diskutiert wird, während die Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien nur eine untergeordnete Rolle spielen. Weil in Zeiten der Corona Pandemie Familien stark belastet sind, besteht das Risiko einer Gewaltzunahme.

„Wir greifen aktuell tief in die Grundrechte von Kindern ein: Wir isolieren sie von ihren Spielkameraden. Wir begrenzen sie in ihrem verbrieften Recht auf Bildung. Und wir enthalten ihnen ausreichend körperliche Bewegung vor. Es braucht eine Debatte darüber, wie wir Betreuungseinrichtungen und Schulen schrittweise öffnen können und wie Kinder und Eltern beteiligt werden können, um geeignete Maßnahmen in ihrer Einrichtung zu entwickeln. Beteiligung ist eine wirksame vorbeugende Maßnahme, um Kinder zu schützen. Deshalb muss diese Debatte die Bedürfnisse der Kinder im Blick haben – nicht nur die der Leistungsgesellschaft“, so Landesvorsitzender Wolfgang Berzau.

Insbesondere während der aktuellen Corona-Pandemie darf die Politik das Risiko der verdeckten Gewalt gegen Kinder nicht aus den Augen verlieren. Schließlich ist durch die Reduzierung von Kita- und Schulbetrieb die soziale Aufmerksamkeit geringer geworden.

Anlässlich des internationalen Aktionstages für gewaltfreie Erziehung am 30. April 2020, möchte der Deutsche Kinderschutzbund gemeinsam mit Müttern, Vätern, Großeltern, Tanten, Onkel und vor allem Kinder virtuell einen „Stein ins Rollen bringen“.

Steine sind sehr symbolträchtig. Sie sind Zeitzeugen, sie stehen für die Ewigkeit und aufgrund ihrer unwandelbaren Eigenschaften symbolisieren sie auch Weisheit und ewiges Leben. Steine sind aber ebenso Symbole für Lieblosigkeit, Hartherzigkeit, Gefühllosigkeit. Grausamen Menschen wird ein Herz aus Stein nachgesagt.

Aber was Steine bewirken, liegt in unserer Hand. Sie können zum Wurfgeschoß werden oder zum Schutzwall für Kinder und Familien.

„Wir laden Sie und Euch ein, anlässlich des diesjährigen Aktionstages für gewaltfreie Erziehung „Ihren“ Stein als Symbol für ein friedfertiges und freudvolles Miteinander zu kreieren. Gehen sie hinaus in die Natur und sammeln sie Steine.“ Wie können diese zu Symbolen des Schutzes und der Geborgenheit werden?“  Sie könnten bemalt, gestapelt bzw. künstlerisch drapiert, ja sogar umhäkelt werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wir wünschen uns Fotos, Gedanken oder Geschichten über Ihre Steine.